TMG Research beruft Expertengruppe ein, um neues Forschungsprojekt zum Wandel der Lebensmittelsysteme einzuleiten

Kooperationsgespräche mit der Firma Fresco

Am 22. Februar lud TMG zum ersten einer Reihe von Expertentreffen im Rahmen des Verbundforschungsprojekts „Assessment and Communication of Climate Impacts of Food (CLIF)“ ein.

Der Begriff „Transformation der Lebensmittelsysteme“ ist in der Literatur sowie in Dialogprozessen zur Förderung von Ernährungssicherheit und nachhaltiger Entwicklung zunehmend allgegenwärtig. Es gibt jedoch kein gemeinsames Verständnis davon, was Transformation eigentlich bedeutet und wie sie konkret erreicht werden kann.

Die von TMG geleitete Komponente des CLIF-Projekts zielt darauf ab, ein systematisches Verständnis für den Stand der Debatte über die Transformation von Ernährungssystemen zu entwickeln. Neben der Identifizierung von Schlüsselakteuren, Diskursen, Triebkräften und Chancen wird das Projekt auch politische und institutionelle Faktoren untersuchen, die transformative Wege fördern oder behindern. Die aus dieser Forschungsphase gewonnenen Erkenntnisse werden in Empfehlungen für politische Entscheidungsträger, Verbraucherorganisationen, Unternehmen und andere Akteure der Lebensmitteltransformation gebündelt.

Bei der Eröffnung des Expertentreffens wies Alexander Müller, Geschäftsführer von TMG, auf zwei zentrale Herausforderungen hin, die unsere Generation lösen muss: die Art und Weise, wie wir Energie erzeugen, und die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren. Anhand des Beispiels der deutschen Energiewende erläuterte er, was uns dies über die entscheidenden Schritte für die Transformation der Lebensmittelsysteme sagt.

Eine der wichtigsten Lehren, die wir aus der deutschen Energiewende gezogen haben, ist die entscheidende Rolle einer mutigen und entschlossenen politischen Führung bei der Verwirklichung von Paradigmenwechseln. Dies könnte im heutigen geopolitischen Kontext nicht aktueller sein. Der Expertenworkshop fand nur wenige Tage vor dem russischen Angriff auf die Ukraine statt, was die dringende Notwendigkeit unterstreicht, Europas Energiesysteme zu dekarbonisieren und seine Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu beenden.

Müller wies auf weitere Parallelen zu unseren nicht nachhaltigen Lebensmittelsystemen hin, die in hohem Maße von synthetischen Düngemitteln abhängig sind, die aus Erdgas gewonnen werden. Er gab zu bedenken, dass im Vergleich zu den relativ klar umrissenen Zielen der Energiewende – die eine Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien anstrebt – die Umstellung der Lebensmittelsysteme ein viel komplexeres Unterfangen ist.

Veranschaulichung der Transformation von Ernährungssystemen

Auf der Grundlage einer für das Treffen erstellten Rahmenstudie befassten sich die Teilnehmer mit möglichen Ansatzpunkten für eine Reform der globalen Lebensmittelsysteme hin zu mehr Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit. Sie stellten fest, dass der Versuch, sich auf gemeinsame Transformationspfade zu einigen, durch die derzeitige Polarisierung zwischen technologie- und kapitalgetriebenen Ansätzen und kontextbezogeneren und Bottom-up-Ansätzen wie der Agrarökologie untergraben wird. Auf dem Expertentreffen wurde betont, wie wichtig es ist, die Analyse auf die Steuerung der Lebensmittelsysteme zu konzentrieren, um Ansatzpunkte für Reformen auf verschiedenen Steuerungsebenen zu finden. Zu diesem Zweck wurde der TEEBAgriFood-Rahmen (The Economics of Ecosystems and Biodiversity for Agriculture and Food) als praktisches Instrument für die Durchführung einer solchen umfassenden Analyse vorgeschlagen.

Die Ergebnisse des Expertentreffens werden in einen vorläufigen Bericht einfließen, der auf einer internationalen Konferenz erörtert werden soll, die vom WWF im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der ersten globalen Umweltkonferenz (Stockholm +50) organisiert wird.